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                                                                      Spezial

Die Vorfahren unsrer heutigen Labradors waren Arbeitshunde (portog. "lavrador" = Arbeiter), die von Portugiesen beim Fischfang vor der Insel Labrador eingesetzt wurden. Der Typus war sehr uneinheitlich, da man nur mit Hunden züchtete, die unermüdlichen Einsatz zeigten. Als der Ruhm dieser Hunde nach England drang, importierte man einige Vertreter dieser "Rasse" und "veredelte" sie zu Sporthunden. Bald trennten sich zwei Lager in Showlinie und  Arbeitslinie.  Aber auch in den "schwereren" Showhunden sind häufig noch genug Arbeitsgene vorhanden, dass man bei ihnen oftmals gute Leistungen vorfindet. Leichter (schlanker) und damit auch schneller sind die "Fieldtrialer".   -  Wie so oft liegt das Gute in der Mitte: Ein unermütlicher Arbeiter bei ausgeprägtem Labradortyp.
Der Labrador, mit dem wir es heutzutage zu tun haben, ist und bleibt ein Arbeits,- und Jagdhund (Working,-/Gundog), auch wenn er immer "schöner" wird und sich zu vielen anderen Verwendungszwecken eignet: Blindenhund, Drogensuchhund, Rettungshund, Therapiehund, Begleithund u.s.w. Wichtig für den intelligenten, arbeitsversessenen Labrador ist es, daß er eine Aufgabe hat, bei der er beweisen kann, was in ihm steckt. Damit dies in die richtigen Bahnen gelenkt wird, ist es sinnvoll, seinen Hund unter sachkundiger Anweisung auszubilden, um ihm eine sinnvolle "Beschäftigung" auch als Familienhund zu verschaffen, oder besser noch, um ihn auf Dummy-Prüfungen oder auf der Jagd einsetzen zu können. Wer noch nie mit einem gelehrigen Labi trainiert  hat, kennt nicht das Hochgefühl, zu sehen, wie der Hund sich bemüht, uns unsere Wünsche von den Augen "ablesen zu wollen".   ("Will to Please!")     >Familienhund< heißt nicht "Schlaftablette" !!!

 

                Fragen, die sich  jeder, der einen Welpen erwerben möchte, stellen und ehrlich beantworten sollte !          

Es gibt so viele interessante Hunderassen, die sich zum"Familienhund"eignen. Warum suche ich mir einen Labrador aus, der ein"Workoholiker"und ohne Aufgabe unglücklich ist? 
  • Kann ich mir Urlaub nehmen (mind. 14 Tage), um mich ganz um die Eingewöhnung des Welpen in sein neues Zuhause zu kümmern ?
  • Habe ich die Zeit und die finanziellen Voraussetzungen,  für die Dauer von 12-15 Jahren die Verantwortung für einen Hund  zu übernehmen ?   Der Anschaffungspreis für einen Welpen ist nur ein Bruchteil von dem, was ich im Laufe seines Lebens aufwenden muß für Futter, Impfungen, Wurmkuren, Röntgenuntersuchungen, Ausrüstungsgegenstände.
  • Kann ich damit umgehen, daß der Welpe in der ersten Zeit noch nicht stubenrein ist und eventuell meine Möbel anknabbern könnte? Werde ich damit umgehen können, daß auch der erwachsene Hund Dreck ins Haus trägt und ständig Haare verliert? Werde ich meinem Hund trotzdem die Freude am Toben und Schwimmen nicht verwehren     
  • Besitze ich bereits genügend Kenntnisse, wie ein Hund zu halten und zu ernähren ist; habe ich Interesse und Zeit, mir ggf. entsprechendes Wissen anzueignen Habe ich schon ein Buch über Hundeerziehung gelesen?
  • Bin ich mir darüber im Klaren, daß der Labrador ein Jagdhund ist, der leidenschaftlich gerne apportiert und unbändigen Arbeitswillen hat Habe ich vom "will to please" (dem Willen zu gefallen) gehört, den der Labi ganz in den Dienst seines "Herren" stellt ?
  • Weiß ich, dass täglicher und regelmäßiger Auslauf und Beschäftigung für das Wohlbefinden die Gesundheit und die Psyche eines Labradors lebenswichtig sind ?   -   Weiß ich, dass ich dafür 100-fach mit Zuneigung und Gefolgschaft belohnt werde ?
  • Ist mir bewusst, dass ich den Hund nicht in einen Zwinger sperren kann, sondern ihn ständig zu meiner Freude um mich haben werde ?
  • Habe ich bedacht, dass ich nicht überall Urlaub machen kann, wenn ein Hund dabei ist, dass ich aus Rücksicht darauf  eventuell auf einiges verzichten muss, aber dafür  viele schöne und interessante neue Erlebnisse haben werde, die mein Leben bereichern werden ?
  • Habe ich schon überlegt, wie ich meinen Hund richtig erziehe, oder bei wem ich mir Hilfe holen kann Kann ich konsequent sein und auch >NEIN< sagen ?
  • Ist mir klar geworden, dass sich mein Leben verändern wird und dass ein Hund entscheidenden Anteil daran haben wird

 

                                                    Buch-Empfehlungen :                                                                                                                                       

Wer das Wesen und das Verhalten seines Hundes verstehen lernen möchte, sollte sich mindestens eins dieser interessanten Bücher anschaffen. Der "Vater der Verhaltens-forschung", Konrad Lorenz, hat seine Schüler, Eberhard Trummler und Heinz Weidt, entscheidend beeinflußt.  -  

Eine Fülle praktischer Beispiele zum tiefern Verständnis der Kommunikations-Mechanismen zwischen Herrn und Hund. >Binäres System< -  Mimik, Gestik, Lautäußerungen, Körperhaltung, alles muß "stimmig" sein, um den Hund nicht zu verunsichern und ihn zu einem aufmerksamen Lehrling zu machen.    Ein >Muß< für den Einsteiger wie den Experten !!! 

Sehr zu empfehlen:

Wer "keine Zeit hat", um sich mit Verhaltensforschung zu befassen, das Wesen seines Retrievers (Labrador) aber verstehen will und Anleitung zur Grunderziehung möchte, findet es bei Norma Zwolsky. Sie hat auch eine Hundeschule in NRW. 

Sehr zu empfehlen:

Grunderziehung plus Anleitung zum Training mit dem Dummy. Sehr präzise Tipps bis hin zur Teilnahme an Prüfungen. Ein umfangreiches Buch für den Einsteiger, der später mit seinem Hund etwas Sinnvolles anfangen will.

  

Wolters schreibt ein umfassendes Werk über die Erziehung des Labis vom Welpen bis zum erwachsenen Hund. Er sieht in einem Labrador zwar immer den Jagdhund, betont aber, dass seine Ausbildungsmethode für jede Kommunikation mit dem Hund von großem Nutzen ist !Allgem. Gehorsam, Dummy-Arbeit.  "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!"   

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